Auslandsaufenthalt in Nowgorod

Kontakt

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, wenden Sie sich bitte an Genia Philipper phi@remove-this.rrbk.de oder Katrin Müller muk@remove-this.rrbk.de.

Träger

Rudolf-Rempel-Berufskolleg, Staatsuniversität Weliki Nowgorod, Stiftung deutsch-russischer Jugendaustausch

Zielgruppe und Voraussetzungen für die Teilnahme

  • Schülerinnen und Schülern des Rudolf-Rempel-Berufskollegs sowohl der Berufsschule als auch der Vollzeitschule steht die Möglichkeit zur Teilnahme grundsätzlich offen.
  • Von der russischen Seite sind es Studentinnen und Studenten der Staatsuniversität Jaroslaw der Weise in Weliki Nowgorod, die gute deutsche oder englische Sprachkenntnisse haben.
  • Die Reisekosten (inkl. St. Petersburg) betragen ca. 350 EUR
  • Neugierde und Offenheit sowie die Bereitschaft, das Gastfamilienprinzip auszuprobieren

Zeitraum für das Projekt

Seit dem Jahr 2008 findet jährlich ein Austausch zwischen Studenten und Studentinnen der Universität Jaroslaw der Weise in der Bielefelder Partnerstadt Weliki Nowgorod und dem Rudolf-Rempel-Berufskolleg statt.

Inhalt

Der Anlass für das Projekt ist die (Weiter-)Entwicklung von Kompetenzen (Sprachkompetenz, interkulturelle Kompetenz, …), die durch die Veränderungen der Internationalisierung und der Öffnung der Märkte in Richtung Osten von den zukünftig Beschäftigten verlangt werden. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2008 über elf Begegnungen durchgeführt.

Im Mittelpunkt des Projektes steht eine gesellschaftlich/politisch/wirtschaftlich aktuelle Projektarbeit, die von Jugendlichen aus Bielefeld und Novgorod vor Ort, gemeinsam via Internet und bei Begegnungen erarbeitet und präsentiert wird. Ein weiterer Bestandteil der Begegnungen ist das Kennenlernen der ökonomischen Welt des jeweiligen Gastlandes, welches in Form von Betriebsbesichtigungen durchgeführt wird. Ein umfangreiches Freizeitprogramm mit einer Übernachtung in St. Petersburg gehört ebenfalls zur kulturellen Bildung im Rahmen des Projektes.

Im Einzelnen werden folgende Ziele mit dem Projekt verfolgt:

  • Förderung der Handlungskompetenzen für die berufliche Zukunft der Teilnehmenden
  • Unterstützung von Integrationsprozessen
  • Abbau von Vorurteilen und Aufbau interkultureller Kompetenzen
  • Förderung der Sozialkompetenz, insbesondere der Kommunikationsfähigkeit
  • Erfahrungserweiterung in ökonomischen, sozialen und kulturellen Lebensbereichen des jeweiligen Gastlandes
  • Friedenssicherung

Informationen zu Nowgorod

Informationen zur Staatlichen Universität Jaroslaw der Weise

Informationen zur Städtepartnerschaft

Austausch 2020/2021

Digitaler Auftakt zum deutsch-russischen Jugendprojekt:

Bildung und Stärkung des Umweltbewusstseins der Jugendlichen in Bielefeld und V. Novgorod – ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen

Der erste digitale Kontakt der Jugendlichen aus Deutschland und Russland.

Die langjährige Kooperation zwischen dem Rudolf-Rempel-Berufskolleg (RRB) in Bielefeld und der Staatsuniversität in Velikij Novgorod wechselte in diesen Zeiten das Format.

Das erste Treffen der Jugendlichen fand Ende April digital statt. Die Koordinatorin der russischen Seite Frau Dr. Anna Vetkina lud Andreas Ermann, Katrin Müller, Genia Philipper und Schülerinnen der Höheren Handelsschule und des Wirtschaftsgymnasiums über Zoom ein. Der erste Kontakt diente dem persönlichen Austausch der Jugendlichen in Deutsch, Englisch und Russisch. Berufliche Zukunftswünsche, Freizeitgestaltung, Reisen und Musik waren die Themen des Gesprächs.

Im Rahmen des nächsten digitalen Treffens im Mai wird die inhaltliche Arbeit im Vordergrund stehen. So werden die Jugendlichen aus Bielefeld ihre Stadt, das RRB sowie die zahlreichen Umweltaktivitäten des Berufskollegs präsentieren. Schule der Zukunft, Mega AG (Nachhaltigkeit am RRB), Photovoltaik am RRB, Fairtrade und das Laptop-Konzept sind einige Schwerpunkte der Vorstellung. Die russischen Studentinnen und Studenten berichten aus ihrer Universität. Dieser Austausch bildet somit eine Grundlage für eine Diskussion über die Bedeutung der Nachhaltigkeit im Leben der Jugendlichen.

Der nächste Schritt der projektorientierten internationalen Arbeit ist die dauerhafte Errichtung einer Station für die Entsorgung des Elektroschrottes am RRB. Die notwendigen Gespräche mit der Stadt Bielefeld verliefen erfolgreich. Im August 2021 wird ein entsprechender Behälter auf dem Gelände der Schule aufgestellt. Die von den Schülerinnen des RRB gemeinsam formulierten Meilensteine für die Marketingmaßnahmen der Station umfassen kreative und inhaltlich zielorientierte Aktivitäten wie das Erstellen von Flyern, Plakaten, Eltern- und Schülervertretungs-Briefe, Hinweise auf der Homepage sowie das Verkaufen von russischen Spezialitäten als weitere Werbemaßnahmen für das Projekt. Dieser Abschnitt des Projektes wird im nächsten Schuljahr zum größten Teil umgesetzt.

Die russischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrerseits werden mehrere Stationen für die Entsorgung von Alt-Batterien in den einzelnen Häusern der Universität implementieren. Der ständige Austausch der Jugendlichen über die Projektschritte ist ein wichtiger Bestandteil der Kooperation. So können die Jugendlichen aus beiden Ländern ihre verschiedenen Kompetenzen schulen. Und der persönliche Kontakt ins Ausland motiviert und macht Spaß!  

Das derzeit notwendige digitale Format ist eine Komponente, die auch in der Zukunft der Kooperation beibehalten wird. Der echte Kontakt bleibt jedoch das A und O der internationalen Arbeit. Eine Reise nach Russland für die Projektgruppe des RRB ist für das nächste Schuljahr fest eingeplant.

Austausch 2019/2020

Ein Stück Heimat zum Teilen – Fortsetzung

Das Motto der langjährigen Kooperation zwischen dem Rudolf-Rempel-Berufskolleg in Bielefeld und der Staatsuniversität in Welikij Nowgorod „Nach der Begegnung ist vor der Begegnung“ ist nach wie vor gegenwärtig. Im September 2019 erfolgte der Gegenbesuch der deutschen Gruppe nach Russland. Die Schülerinnen und Schüler aus Bielefeld in Begleitung von Katrin Müller und Genia Philipper machten im Rahmen der 15. Begegnung wertvolle interkulturelle Erfahrungen. Die finanzielle Unterstützung der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch ermöglichte das Vorhaben mit der Bielefelder Partnerstadt.

Das im Dezember 2018 gemeinsam verfasste deutsch-russische Märchen „In die weite Welt!“ als Theaterstück erlebte eine erfolgreiche Aufführung in der Russischen Föderation. Die gemeinsame Inszenierung in beiden Sprachen, die Anfertigung der Bühnenbilder und die Improvisation bereiteten viel Arbeit und Freude zugleich. „Wenn wir ein Theaterstück in Russland inszenieren können, wobei das Publikum die Handlung versteht und Spaß hat, dann können wir alles, nicht nur Wirtschaft!“, so das Fazit der Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer aus Bielefeld.

Nach der Aufführung am Kolleg für Wirtschaft und Soziales der Staatsuniversität in Welikij Nowgorod erfolgte eine gemeinsame Diskussion zum Thema „Heimat“. Eine weitere Aufführung fand in einem Waisenhaus-Internat Nr. 5 bei Welikij Nowgorod statt. Die Kinder, teilweise mit Inklusionsbedarf, erlebten zum ersten Mal eine Begegnung mit ausländischen Gästen und stellten viele Fragen. Aufgrund des deutschen Notensystems wollten viele Kinder in Deutschland zur Schule gehen, da die Note 5 die Bestnote in der russischen Benotung darstellt. Die mitgebrachten Schreibmaterialien, die als Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke demnächst an die Kinder verteilt werden, erfreuten die Leitung des Hauses. Da die Kinder im Waisenhaus kaum Kontakt zur Außenwelt haben, ist bei der nächsten Begegnung in Welikij Nowgorod ein Besuch im Waisenhaus fest eingeplant.

Neben der künstlerischen Arbeit beeindruckten die Jugendlichen aus Bielefeld die offiziellen Empfänge bei Prof. Dr. Michael Pevzner (Prorektor für internationale Arbeit), Dr. Ludmila Mozul (Leiterin des Kollegs für Wirtschaft und Soziales), Dr. Anna Vetkina (Projektkoordinatorin), Dr. Irina Kaljagina (Direktorin der deutsch-russischen Akademie für lebenslanges Lernen). Die Projekt-Wertschätzung auf der russischen Seite und die Gastfreundschaft sind wertvolle Erlebnisse, die seit mehr als zehn Jahren unverändert bleiben.

„Ein Stück Heimat zum Teilen“ beinhaltete auch ein ausgearbeitetes Kulturprogramm von der russischen Seite. Welikij Nowgorod als eine der ältesten Städte Russlands und die Wiege des russischen Reiches ist immer wieder faszinierend. Der zweitätige Aufenthalt in St. Petersburg mit dem Besuch der Ermitage und weiteren kulturellen Erlebnissen bildeten den Abschluss einer intensiven Reise in die Partnerstadt.

Die Evaluation der Woche bestätigte den Mehrwert des Projektes. Das Gastfamilienprinzip ist ein integraler Bestandteil für die gemachten Erfahrungen. Kommunikation auf Deutsch, Englisch und Russisch, Spaß, die gemeinsamen Auswege aus den vermeintlich interkulturellen Sackgassen und entstandene Freundschaften motivieren erneut für die Fortsetzung der Projektarbeit.

Einige Teilnehmer aus Bielefeld werden im Februar 2020 an der „Internationalen Wirtschaftskonferenz“ des Kollegs teilnehmen. Im Mai 2020 findet eine internationale Woche an der Staatsuniversität in Welikij Nowgorod mit allen Kooperationspartnern statt, zu welcher auch Bielefelder Einrichtungen eingeladen sind. Und im nächsten Schuljahr kommt eine neue Gruppe aus Welikij Nowgorod nach Bielefeld.

Austausch 2018/2019

Freundschaften über Grenzen

Förderung der interkulturellen Kompetenz und Verbesserung der beruflichen Chancen für Jugendliche aus Bielefeld und Welikij Nowgorod (RF) durch ein gemeinsames Projekt - Projektthema: Ein Stück Heimat zum Teilen.

Für das im Jahr 2008 gegründete Projekt heißt es: Nach der Begegnung ist vor der Begegnung. Am 02.12.2018 ist eine russische Gruppe aus W. Nowgorod eingetroffen. Auch im Rahmen der 14. Begegnung war der Abschied am 09.12.2018 sehr emotional und trotzdem hoffnungsvoll, denn die gemeinsame Projektarbeit geht weiter.

Fünf Studentinnen der Nowgoroder Staatsuniversität, in Begleitung von Dr. Anna Vetkina und Dr. Ludmila Mozul sowie fünf Schülerinnen und Schüler (SuS) des Wirtschaftsgymnasiums des Rudolf-Rempel-Berufskollegs unter der Koordination der Kolleginnen Genia Philipper und Katrin Müller machten wertvolle interkulturelle Erfahrungen.

Im Mittelpunkt des Projektes „Ein Stück Heimat zum Teilen“ steht die Erforschung der kulturellen und sozialen Interessen der Jugendlichen aus Deutschland und Russland. Die Jugendlichen aus Bielefeld und W. Nowgorod setzen sich gemeinsam mit dem Begriff „Heimat“ in seinen Dimensionen auseinander.

Im Vorfeld überlegten die SuS aus Bielefeld, wie die Dimensionen des Begriffs auf die eigene Wirklichkeit übertragen und anschaulich dargestellt werden können. Als Ergebnisse haben sie eine englischsprachige Stadtführung in Bielefeld und ein Kochevent „So schmeckt Bielefeld“ organisiert und erfolgreich durchgeführt. Unter der Anleitung eines Kochs zauberten die Jugendlichen in den Räumlichkeiten der Theodor-Heuss-Realschule ein dreigängiges ostwestfälisches Menü sowie viele Adventsplätzchen zum Verschenken.

Die vielen Diskussionen auf Deutsch, Russisch und Englisch über den Begriff „Heimat“ bereicherten die Projektarbeit. Allein die Übersetzung des Begriffs „Heimat“ ins Russische beeinflusste eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Inhalten, denn die russischen Begriffe sind allesamt eher patriotisch geprägt.

Das Verfassen eines deutsch-russischen Märchens „In die weite Welt!“ als kreatives Schreiben im internationalen Kontext bildete einen weiteren Arbeitsschwerpunkt. Die Jugendlichen aus beiden Ländern assoziieren in der gemeinsamen Liebesgeschichte den Heimatbegriff mit dem persönlichen Glück und Familienbildung.

Bis zum Gegenbesuch im September 2019 ergänzen und verfeinern die Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer das Märchen zu einem „Drehbuch“. Die deutsch-russische Gruppe hat sich für eine Aufführung als Präsentationsform entschieden.

Ein großer Dank gilt der Stadt Bielefeld. Der offizielle Empfang durch die Bürgermeisterin Frau Schrader bestätigt den hohen Stellenwert des Austauschprogramms für die Städtepartnerschaft.

In der Reflexion betonten die russischen Studentinnen die Gastfreundlichkeit und die Offenheit der deutschen Schülerinnen und Schüler. Die Reise setzte bei allen Lernimpulse bzw. die Bereitschaft für die Vertiefung der Sprachkenntnisse des jeweils anderen Landes. Einige Schülerinnen und Schüler aus Bielefeld nehmen demnächst an einem Russischkurs am Rudolf-Rempel-Berufskolleg teil. Durch die gemeinsame Vorbereitung mit der Russisch-Lehrerin Genia Philipper können sie ein Sprachenzertifikat der Moskauer Lomonossov Universität erwerben. Zwei Studentinnen aus der Russischen Föderation werden einen Deutsch-Kurs belegen.

Die Völkerverständigung spielt im Rahmen des Projektes neben dem Erwerb der beruflichen Handlungskompetenzen eine wichtige Rolle. Der tränenreiche Abschied bestätigte den Erfolg der durchgeführten Arbeit und motiviert für die nächsten Schritte. Nach der Begegnung ist vor der Begegnung!

Austausch 2017/2018

Freundschaften über Grenzen

Jugendbegegnung mit Studentinnen und Studenten in Weliki Nowgorod

In diesem Jahr flogen Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums und der Höheren Handelsschule nach Weliki Nowgorod: Vladislaw Bormann (HT16a), Ceren Cacal (HA16b), Katrin Knaub (HA16a), Julia Spreewald (HA16) und Jaron Vormbaum (HA16a).

Im September arbeiteten sie für 10 Tage an einem gemeinsamen Projekt, das das Freizeitverhalten Jugendlicher beider Länder verglich. Zuvor hatten die beiden Gruppen in Bielefeld gemeinsam einen Fragebogen erarbeitet, der dann an über 100 Schülerinnen und Schüler im jeweiligen Land verteilt und ausgewertet wurde.

Bei der Projektarbeit, den gemeinsamen Unternehmungen und der Unterbringung in Gastfamilien wurden viele Erfahrungen gesammelt und Freundschaften geschlossen.

Die „Rudolf-Rempler“ berichteten nach ihrer Rückkehr über ihre Erfahrungen. Einige der vielen Eindrücke:

  • Die Unterschiede zwischen dem schönen aber kleinen Zentrum von Nowgorod und den Vorstädten sind deutlich wahrzunehmen.
  • Die russischen Menschen sind sehr gastfreundlich und familienverbunden.
  • Vereine und Vereinsleben finden in Russland nicht in dem Maße statt, wie in Deutschland.
  • In der Freizeit gehen die Jugendlichen in Nowgorod viel spazieren. Es gibt dort sehr schöne Parks, das Flussufer des Wolchow und den Kremel.
  • Musik ist in Russland sehr wichtig. Die Jugendlichen dort hören sowohl die Musik westlicher Weltstars als auch traditionelle russische Volksmusik. Auch der Volkstanz wird aktiv von Jugendlichen praktiziert.

Diese und andere Unterschiede wurden diskutiert und insgesamt als sehr bereichernd und interessant empfunden.

Die gemeinsamen Erfahrungen bei der Teilung des Alltags in Bielefeld 2016 und in Nowgorod 2017 haben zum gegenseitigen Verständnis beigetragen. E-Mail-Adressen sind ausgetauscht – spätere Besuche nicht ausgeschlossen. Darüber freuen sich auch die beiden Organisatorinnen, die Lehrerinnen Genia Philipper und Katrin Müller.

Auch die Auffrischung von bereits vorhandenen Russischkenntnissen bei den deutschen Schülerinnen und Schülern und die erfolgreiche Teilnahme deutscher Projektteilnehmer an der B1-Sprachprüfung in der russischen Sprache macht die Bedeutung des Projektes deutlich.

Insgesamt haben alle Beteiligten ihren Aufenthalt in Nowgorod und den anschließenden Ausflug nach St. Petersburg sehr genossen.